Berufskrankheiten (BK)

Bei  "Berufskrankheiten" (BK) handelt es sich um einen Rechtsbegriff, nämlich um einen Versicherungsfall (§ 9 SGB VII, sog. Gesetzliche "Unfall"versicherung), dem eine durch eine versicherte Tätigkeit verursachte, d. h. nicht schicksalhaft entstandene Krankheit zugrundeliegt. 

Alle Beschäftigten (ca. 40.000.000 "Vollarbeiter") sind in einer BK/Unfallversicherung (z. B. "Berufsgenossenschaft") pflichtversichert, und dennoch erfährt dieser Umstand medial nur sehr geringe Aufmerksamkeit, obwohl dem Jahre 2005 tagtäglich ca. 6-7  BK-Todesfälle (überwiegend durch Berufskrebs!) zu beklagen sind:
"Tabu mit Todesfolge", Müsch, Die GesundheitsWirtschaft, 20-21, 5/2012

Zitat: "Daß Berufskrankheiten die Achillesferse der Gesetzlichen Unfallversicherung und damit des gesamten Sozialversicherungssystems sind, ist in der Fachwelt völlig unbestritten."
Otto Blome, Die GesundheitsWirtschaft, 57, 1/2013

 

Meine fachärztliche BK-Beratung einschließlich ärztlicher BK-Anzeigeerstattung (§ 202 SGB VII) und die BK-Begutachtung (z. B. nach § 109 Sozialgerichtsgesetz/SGG*) dienen letztlich dazu, den Betroffenen zu ihrem

verbrieften Recht zu verhelfen: nämlich "...die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten

  - mit allen geeigneten Mitteln - wiederherzustellen und sie oder ihre Hinterbliebenen durch

Geldleistungen zu entschädigen." (§ 1 Abs. 2 SGB VII).

*) Schweigler, Daniela: Das Recht auf Anhörung eines bestimmten Arztes (§ 109 SGG)
Dogmatische Einordnung und sozialgerichtliche Praxis eines umstrittenen Prozessinstruments
Univ., Diss., München 2012 / Nomos, Baden Baden 2013


Amtliche Dokumente (BAuA):
Dokumente zu den einzelnen Berufskrankheiten
Merkblätter, Stellungnahmen und wissenschaftliche Begründungen zu Berufskrankheiten

Franz H. Dr. Müsch

"Ich setze mich publizistisch auf breiter Front dafür ein, dass dem Tabuthema "Berufskrankheiten"  mindestens soviel Aufmerksamkeit zugute kommt, wie es bei Arbeitsunfällen in den Medien selbstverständlich zu sein scheint.

Als Arbeits- und Betriebsmediziner sowie auch Pneumologe ("Lungenarzt") weiß ich aus eigener Anschauung, wie viele Betroffene an Berufskrankheiten leiden oder sogar daran versterben.

Leider sehe ich andererseits in der medizinischen Kollegenschaft , bei  den verantwortlichen Parteipolitikern und vor Allem bei den amtlichen Institutionen  (vgl. "Berufskrankheiten"-Bundesministerium/BMAS) wenig Neigung, die seit  d.  J.  2005  anhaltende hohe BK-Todesfallquote einem ethischen Diskurs  zuzuführen.

Immerhin gelingt es mir aber zunehmend , aufgrund überzeugender  Beratung von Betroffenen  und  fachärztlicher Begutachtung bei (Landes-)  Sozialgerichten den jeweiligen Kausalitätsnexus zwischen den  BK-Tatbestandsmerkmalen  "Einwirkung" und "Krankheit"  aufzuklären.

 

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Arbeitsmedizin

Als Arbeitsmediziner sehe ich meine Hauptaufgabe in der Erstellung von BK-Zusammenhangsgutachten i. S. der (Fach-) Ärztlichen Weiterbil-dungsordnung der Bundes-ärztekammer

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Pneumologie

Als Arzt für Lungen- und Bronchialheilkunde (Pneumologe) liegen meine Berufskrankheiten-rechtlichen Schwerpunkte bei der Diagnosesicherung von broncho-pulmonalen und pleuralen Krank-heitsbildern (Tatbestandsmerkmal "Krankheit")

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Begutachtung

Die BK-Begutachtung bei Gericht hat das Ziel, den Kausalitätsnexus zwischen den Tatbestandsmerkmalen "EINWIRKUNG" und "KRANKHEIT" zu beurteilen.

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Berufskrankheiten: Aktuelles

  • 25/04/2022 - MedDir a. D. Dr. Müsch 0 Kommentare
    Berufskrankheiten-Todesfälle am 1. Mai 2022

    Statistisch gesehen werden - wenn man dem entsprechenden letzten Jahresbericht vom  "Berufskrankheiten"-Bundesminister H. Heil (BMAS/SPD) Glauben schenkt (cave Dunkelziffernproblematik) - auch am diesjährigen 1 Mai  2022 wie tagtäglich seit 2005 wiederum etwa 6-7 Berufskrankheiten-Opfer zu beklagen sein (langjährig ca. 2.500 BK-Todesfälle p. a.), 

    Wo aber sind dazu am "Tag der Arbeit" Gedenkveranstaltungen der Gewerkschaften (!?), Kirchen,  Parteien. Landes- bzw. Bundesarbeitsminister oder gar des Bundespräsidenten vorgesehen?

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  • 08/12/2021 - MedDir a. D. Dr. Müsch 0 Kommentare
    Bilanz nach sechzehn (16) Jahren unter Dr. Merkel : ca. 40.000 Berufskrankheiten-Todesfälle

    16 Jahre x durchschnittlich 2.500 Berufskrankheiten-Todesfälle (überwiegend durch BERUFSKREBS ) per anno (N = ca. 40.000 p. a. / Statistisches Zahlenmaterial der amtlichen BMAS-Jahresberichte) ohne öffentliche  Anteilnahme oder Beileidsbekundungen von der evangelischen Pastorentochter als  CDU-Bundeskanzlerin! (Cave: Auch ohne Gedenkfeiern im Berliner oder Kölner Dom!)

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  • 29/09/2021 - MedDir a. D. Dr. Müsch 0 Kommentare
    Quarantäne bei Covid-19, Aids, Tuberkulose etc. als Berufskrankheit

    Wer ist zuständig für Quarantäne-Maßnahmen bei "Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektions­gefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war." (BK-Nr. 31 01 Anlage 1 BKV)?

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